Hebammenversorgung sichern! Belegsystem schützen! Vergütung nachbessern!
Fachliche Stellungnahme der FREIEN WÄHLER Frauen Bayern
Hebammenversorgung sichern! Belegsystem schützen!
Vergütung nachbessern!
Ausgangslage: Neuer Hebammenhilfevertrag: Zum 1. November 2025 tritt der neue Hebammenhilfevertrag in Kraft, der durch die zuständige bundesweite Schiedsstelle gemäß § 134a SGB V festgesetzt wurde. Das Vertragswerk regelt Leistungen, Vergütungen und Qualitätsanforderungen für rund 19.000 freiberufliche Hebammen in Deutschland.
Hebammen übernehmen zentrale Aufgaben der Gesundheitsversorgung:
- Betreuung in Schwangerschaft und Wochenbett,
- Geburtshilfe,
- Still- und Ernährungsberatung,
- Kurse zur Geburtsvorbereitung und Rückbildung, inkl. digitaler Formate.
Sie tragen hohe berufliche und rechtliche Anforderungen, u. a. Berufshaftpflicht, Qualitätssicherung, Datenschutz (DSGVO), Dokumentationspflicht und Schweigepflicht (§ 203 StGB).
Kritik am Schiedsspruch: Die FREIEN WÄHLER Bayern haben deutlich gemacht, dass der aktuelle Schiedsspruch zu finanziellen Einbußen für freiberufliche Hebammen führt und dadurch ein funktionierendes Versorgungssystem gefährdet. In Bayern betrifft das insbesondere das Beleghebammensystem, das in vielen Kliniken unverzichtbar ist.
Unzureichende Vergütungsstruktur: Die Vergütung bildet die tatsächlichen Belastungen und die hohe Verantwortung freiberuflicher Hebammen nicht vollständig ab. Bei parallelen Geburten ist in vielen Fällen nur eine einmalige Vergütung vorgesehen, obwohl die Verantwortung faktisch steigt. Bereitschafts- und Rufzeiten werden nicht adäquat berücksichtigt.
Wirtschaftliche Auswirkungen: Je nach Einsatzmodell drohen Einkommensrückgänge von bis zu ca. 30 %, dies wird von der FREIE WÄHLER Fraktion und der Landesvereinigung öffentlich kritisiert. In Bayern wurden erste Beleghebammenteams aufgrund wirtschaftlicher Gründe gekündigt.
Versorgungssicherheit: Bundesweit werden etwa 20 % aller Geburten, in Bayern sogar über 80 %, von freiberuflichen Hebammen im Belegsystem begleitet. Ein Wegbrechen dieser Struktur hätte direkte Auswirkungen auf:
- Geburtsstationen im ländlichen Raum
- die 1:1-Betreuung unter der Geburt
- Wahlfreiheit der Frauen
- wohnortnahe Versorgung
Die FREIEN WÄHLER Bayern fordern: Nachverhandlung des Hebammenhilfevertrags, da der aktuelle Schiedsspruch zu wirtschaftlichen Nachteilen für freiberufliche Hebammen führt. Schutz und Stärkung des Beleghebammensystems, das in Bayern eine zentrale Rolle in der Geburtshilfe spielt. Verbesserte Vergütungsstrukturen, damit Hebammen kostendeckend arbeiten können, einschließlich angemessener Honorare, Bereitschaftszeiten und realistischer Abbildung der Arbeitsbelastung. Sicherung der Geburtshilfe als Teil der Daseinsvorsorge, insbesondere im ländlichen Raum: Erhalt geburtshilflicher Standorte, Unterstützung der Kliniken und Gewährleistung einer wohnortnahen Versorgung.
Fachliche Stellungnahme der FREIEN WÄHLER Frauen Bayern
Die FREIEN WÄHLER Frauen Bayern schließen sich vollumfänglich den Forderungen der FREIEN WÄHLER Bayern an und ergänzen aus frauen- und familienpolitischer Perspektive:
Geburtshilfe ist Kernbestandteil der Gesundheitsversorgung von Frauen
Die Versorgung von Schwangeren und Gebärenden darf weder wirtschaftlich geschwächt noch strukturell gefährdet werden.
Hebammen verdienen eine faire und verlässliche Vergütung
Für eine qualitativ hochwertige, sichere Geburtshilfe sind angemessene Arbeitsbedingungen und eine solide wirtschaftliche Basis unverzichtbar.
Das bayerische Belegsystem schützen, für Versorgungssicherheit
In keinem anderen Bundesland spielen freiberufliche Hebammen eine so zentrale Rolle wie in Bayern. Ein Rückbau hätte sofortige Folgen für Frauen, Familien und Kliniken.
Die FREIEN WÄHLER Frauen Bayern fordern, im Einklang mit der Parteiposition, eine zeitnahe und substanzielle Überarbeitung des Hebammenhilfevertrages auf Bundesebene.
Hebammen sind unverzichtbar. Ihre Arbeit muss wirtschaftlich tragfähig, rechtlich gesichert und strukturell eingebettet sein.
Eine starke Geburtshilfe ist Grundvoraussetzung für ein familienfreundliches Bayern.
FREIE WÄHLER Frauen Bayern